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Per­sön­lich­keits­tests für Füh­rungs­kräf­te: Pro und Kontra

Zahlreiche Unternehmen führen für die Besetzung einer Führungsposition Testverfahren u.a. für die Testung der Persönlichkeit durch. Aber Test ist nicht gleich Test, denn einige angewandte Verfahren sind wissenschaftlich nicht belegt.

Mei­ne Füh­rungs­kraft ist ein Delfin

Zahl­rei­che Unter­neh­men füh­ren für die Beset­zung einer Füh­rungs­po­si­ti­on Test­ver­fah­ren u.a. für die Tes­tung der Per­sön­lich­keit durch. Aber Test ist nicht gleich Test. Eini­ge ange­wand­te Ver­fah­ren sind wis­sen­schaft­lich nicht belegt. „So kommt es, dass man­che Men­schen behaup­ten, sie sei­en eher der rote Typ oder ein Del­fin, Wal oder Eule. Das mag unter­halt­sam sein, aber lei­der auch sehr fehl­ge­lei­tet, im Zwei­fel mit recht nega­ti­ven Fol­gen für die so kate­go­ri­sier­ten.“ (Van Qua­q­ue­be­ke, 2018).

Wis­sen­schaft­lich belegt sind Ver­fah­ren, die sich an dem soge­nann­ten Big Five ori­en­tie­ren, der Per­sön­lich­keit in fünf Grund­di­men­sio­nen unter­teilt. Und die­se kön­nen eher ver­wen­det wer­den. Aller­dings drängt sich die Fra­ge auf, wie und wann die­se Ver­fah­ren genutzt wer­den soll­ten. Denn die Nut­zung von Scha­blo­nen und Ras­tern in der Aus­wahl von Füh­rungs­kräf­ten könn­ten unter­stel­len, dass alle Füh­rungs­kräf­te in der Orga­ni­sa­ti­on einem beson­de­ren (unfehl­ba­ren) Typen ent­spre­chen sollen. 

An die­ser Stel­le kann man zudem fra­gen, wie die For­de­rung nach Diver­si­tät in der Füh­rung umge­setzt wer­den kann. Per­sön­lich­keits­tes­tun­gen in der Aus­wahl von Füh­rungs­kräf­ten – oder sons­ti­gen Mit­ar­bei­ten­den – zu ver­wen­den, ist so gese­hen pro­ble­ma­tisch.  Anders ist es, wenn der­ar­ti­ge Tes­tun­gen als Hil­fe­stel­lung für Füh­rungs­kräf­te-Ent­wick­lung ver­wen­den wer­den. Denn hier wird die Hal­tung sicht­bar, dass Füh­rung und Manage­ment gelernt und trai­niert wer­den können. 

Die Ver­wen­dung von Big Five Per­sön­lich­keits­test mit aus­führ­li­chem Aus­wer­tungs­ge­spräch und in Ver­bin­dung mit Ent­wick­lungs­un­ter­stüt­zungs­maß­na­men ist in die­ser Form beson­ders zu emp­feh­len. Ent­wick­lungs- und Feed­back­ge­sprä­che wer­den dadurch gerahmt und erhal­ten mehr Sach­lich­keit und Struktur.

Im übri­gens kön­nen sol­che Tes­tun­gen auch in der Team­ent­wick­lung genutzt wer­den. Inter­es­se? Rufen Sie mich an!

Valérie Turbot - Organisationsberaterin und Coachin
Valérie Turbot
Beraterin – Coachin – Supervisorin
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