Impuls

Warum entwickeln sich zwei Teams unter derselben Führungskraft unterschiedlich?

Das Bild zeigt eine Gruppe von 3 Heißluftballons in eine Richtung und eine Rakete in eine unterschiedliche Richtung. Es steht für Individualität in der Führung von Teams.

Warum performt ein Team hervorragend, während ein anderes unter denselben Bedingungen hinterherhinkt? Diese Frage beschäftigt viele Führungskräfte. Die Ursachen sind vielschichtig – und sie bieten konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Faktoren Teamleistung beeinflussen,
  • wie Sie Motivation und Zusammenarbeit fördern,
  • und welche Stellschrauben Sie als Führungskraft nutzen können, um beide Teams auf Erfolgskurs zu bringen.

1. Führungsverhalten und Kommunikation: Der Schlüssel zur Teamdynamik

Die Grundlage für erfolgreiche Teams liegt oft in der Art der Führung. Selbst kleine Unterschiede in Kommunikation und Führungsverhalten können die Dynamik maßgeblich beeinflussen.

Selbstreflexion als erster Schritt

Fragen Sie sich: Führe ich beide Teams auf dieselbe Weise? Nicht jedes Team reagiert gleich. Während das eine Team eigenständig arbeitet und von Freiraum profitiert, braucht das andere vielleicht mehr Unterstützung und Orientierung.

Angepasste Ansprache macht den Unterschied

  • Für eigenständige, motivierte Teams: „Ihr habt großartige Arbeit geleistet. Ich vertraue darauf, dass ihr auch diese neue Herausforderung meistert. Bei Bedarf stehe ich zur Verfügung.“
  • Für Teams mit Unterstützungsbedarf: „Ich habe bemerkt, dass es einige Herausforderungen gibt. Lasst uns gemeinsam Lösungen finden. Welche Unterstützung braucht ihr?“

💡 Praxis-Tipp: Stimmen Sie Ihr Führungsverhalten gezielt auf die Bedürfnisse jedes Teams und jeweilige Teamphase ab.

2. Zusammensetzung der Teams: Die richtige Mischung macht’s

Die Teamzusammensetzung entscheidet häufig über Erfolg oder Misserfolg. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen können ein Team bereichern – oder Konflikte auslösen.

Teamdynamik verstehen – diese Fragen helfen

  • Wie interagieren die Mitglieder? Gibt es dominante oder passive Rollen?
  • Wo liegen individuelle Herausforderungen? Mitarbeitergespräche decken diese auf.
  • Welche Rückmeldungen gibt es intern? Nutzen Sie anonyme Feedbackrunden.
  • Unterscheidet sich die Leistung? Analysieren Sie Qualität und Quantität der Ergebnisse.
  • Welche Kompetenzen fehlen? Persönlichkeits- und Kompetenzprofile können hier Klarheit schaffen.

💡 Tipp: Analysieren Sie regelmäßig Stärken und Schwächen durch Kompetenzprofile.

3. Motivation steigern: So entfesseln Sie Team-Potenzial

Motivierte Teams sind produktiver. Nutzen Sie diese Stellschrauben:

1. Gemeinsame Ziele setzen & Erfolge feiern

Klare, messbare und erreichbare Ziele geben Orientierung. Nehmen Sie sich bewusst Zeit, Erfolge zu würdigen, bevor das nächste Projekt startet – sonst droht die Motivation zu verpuffen. Anerkennung wirkt stärker als viele Boni.

2. Teambezogene Anreize schaffen – für mehr Zusammenhalt

Belohnungen, die auf die gesamte Teamleistung abzielen (z. B. gemeinsame Events oder Ausflüge), fördern das Wir-Gefühl oft mehr als individuelle Prämien.

3. Individuelle Beiträge anerkennen – differenziert wertschätzen

Jedes Teammitglied bringt eigene Stärken ein. Heben Sie individuelle Leistungen transparent hervor, damit alle die Anerkennung als gerecht empfinden und Vertrauen entsteht.

4. Teamentwicklung fördern – gemeinsam wachsen

Workshops, Schulungen und Trainings stärken nicht nur Fachkompetenzen, sondern auch den Teamgeist. Binden Sie die Mitarbeitenden in die Auswahl der Weiterbildungen ein, um deren Motivation zusätzlich zu steigern.

5. Team-Events organisieren – Gemeinschaft erleben

Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltags schaffen Nähe und stärken Beziehungen. Achten Sie bei der Planung auf Zugänglichkeit: Uhrzeit, Ort und Erreichbarkeit sollten für alle passen.

6. Transparente Kommunikation über Fortschritte – Vertrauen aufbauen, auch bei Rückschlägen

Informieren Sie Ihr Team regelmäßig über Fortschritte und Ergebnisse. Teilen Sie auch schwierige Nachrichten offen – so zeigen Sie Wertschätzung und verhindern demotivierende Gerüchte

4. Arbeitsbelastung und Prozesse: Effizienz statt Überforderung

Prüfen Sie diese Punkte regelmäßig:

  • Arbeitslast: Ist sie fair verteilt?
  • Prozesse: Sind Abläufe klar definiert und verständlich?
  • Ressourcen: Stehen die nötigen Mittel und Tools zur Verfügung?
  • Einarbeitung: Wurde ausreichend Zeit investiert?
  • Erfahrung: Passen Team und Aufgaben zusammen?

5. Teamkultur und Arbeitsklima: Der Nährboden für Leistung

Eine positive Teamkultur ist kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wertschätzung, Vertrauen und ein unterstützendes Klima motivieren und fördern Zusammenarbeit.

Darauf sollten Sie achten:

  • Wie ist die Stimmung im Team?
  • Fühlen sich alle wertgeschätzt und unterstützt?
  • Gibt es unterschwellige Konflikte?
  • Welche Veränderungen (z. B. Führungswechsel, neue Strukturen) beeinflussen das Klima?

💡 Tipp: Fördern Sie eine Kultur, in der offenes Feedback selbstverständlich ist und Erfolge gemeinsam gefeiert werden.

6. Fähigkeiten und Weiterentwicklung: Kontinuierlich wachsen

Teams, die sich weiterentwickeln dürfen, bleiben innovativ und leistungsstark. Fehlende Kompetenzen sind oft der Grund für schwächere Ergebnisse.

So fördern Sie gezielt Weiterentwicklung:

  • Analysieren Sie regelmäßig Qualifikationslücken.
  • Bieten Sie Trainings und Workshops an, die fachliche und soziale Kompetenzen stärken.
  • Binden Sie das Team in die Auswahl der Maßnahmen ein, um Motivation zu steigern.

💡 Tipp: Weiterbildung sollte nicht nur Pflicht, sondern Teil einer gelebten Lernkultur sein.

Fazit: Führung ist Individualarbeit

Unterschiede zwischen Teams sind normal – entscheidend ist, wie Sie darauf reagieren. Analysieren Sie Ursachen, passen Sie Ihre Führung an und fördern Sie gezielt Kultur, Prozesse und Kompetenzen. So bringen Sie auch schwächere Teams auf Erfolgskurs.

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Bildnachweis: iStock.com/Eoneren


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Valérie Turbot - Organisationsberaterin und Coachin
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